Die kleine Igelhilfe Amelinghausen e.V.

 

Pflegestelle

Tierliebe und verantwortungsbewusste Menschen, die uns mit Pflegestellen unterstützen möchten, sind bei uns immer herzlich willkommen!

Die von uns abzugebenden Igel für die Pflegestellen sind alle untersucht und parasitenfrei! Falls Sie aber Veränderungen im Fressverhalten so wie Veränderungen in Farbe und Konsistenz von Kot beobachten, melden Sie dies bitte. Bei Futterumstellungen im Allgemeinen ist es normal, dass die Hinterlassenschaften sich durchaus verändern.  

1. Überwinterung in einem geschlossenen Raum:

Dies gilt für Igel die nicht das Idealgewicht für den Winterschlaf erreicht haben, sowie für kranke und verletzte Tiere:

Der Raum sollte eine Temperatur von 18 °C bis 20°C haben. Geeignet ist ein Kleintierstall mindestens 100 cm x 60 cm, alternativ  mehrere zusammen gefügte große Umzugskartons oder man baut aus Holz einen großen Auslauf der mindestens 50 cm hoch ist. Je größer natürlich ein Auslauf ist, um so besser. Zeitungspapier als Untergrund (kein! Kleintierstreu, Katzenstreu oder ähnliches).

Hinein gehört ein Unterschlupf, ein kleiner Karton mit einem Eingang von 10x10 cm, als Füllmaterial reicht zerknülltes Zeitungspapier.

Näpfe aus Keramik oder Ton (möglichst kein Plastik, diese sind zu leicht und werden umgestoßen, dazu kommt, dass Plastik was nicht lebensmittelecht ist, Stoffe abgibt und somit die Gesundheit schadet).

Hygiene steht an oberster Stelle. Am besten reinigt man gleich morgens das Gehege, spült die Näpfe mit kochendem Wasser und tauscht das zerknüllte Zeitungspapier im Schlafhaus aus. Waschen Sie sich anschließend gründlich die Hände, gerade wenn Sie mehrere Igel in Ihrer Betreuung haben.

Die Futtermenge richtet sich jeweils nach Gewicht, Größe und Alter des Igels.

2. Überwinterung im Garten mit Winterschlaf

Dies dient den Tieren die Ende Oktober Anfang November nicht das Idealgewicht erreicht haben, noch nicht zum Winter ausgewildert werden konnten und noch weiter aufgefüttert werden müssen. Nicht selten kommt das bei Handaufzuchten vor. 

Igel die das Idealgewicht für den Winterschlaf erreicht haben: 

  • Weibchen mindestens 650g
  • Männchen mindestens 750g

Die Igel können den ganzen Winter in den beaufsichtigten Winterschlaf geschickt werden.

Gut bewährt hat sich hier ein ausrangierter Hasen- bzw. Kleintierstall mit bereits vorhandenen Unterschlupf, fertige Igelhäuser aus Holz, oder aus Paletten gebaut.

Hier sollte man das Haus, bzw. das Palettenhaus in einem kleinen Auslauf stellen. Dieser sollte mindestens 50 cm hoch eingefriedet sein.

Unterschlüpfe aus Kunststoff oder generell Plastik eignet sich hier nicht. Es besteht die Gefahr dass zu viel Feuchtigkeit entsteht. Als Standort eignet sich ein geschützter Bereich der nicht in der Sonne liegt. Es kann sonst zu warm im Igelhaus werden und der Igel wacht auf. Als Füllmaterial eignet sich hier Stroh, sowie zerknülltes Zeitungspapier. Nun wird der Igel gefüttert bis er das Futter nicht mehr anrührt. Dazu reicht man immer frisches Wasser. Schläft der Igel stellt man ihm Katzentrockenfutter und Wasser als Notration hin.

Der Igel schläft meist bis Mitte März bis Mitte April.

Wichtig: Falls Sie Stroh als Füllmaterial für die Igelunterkunft nutzen, achten Sie bitte darauf, dass das Stroh trocken, sowie frei von Schimmelpilzen ist. Es sollte auf keinem Fall einen muffigen Geruch aufweisen. Es kann sonst vorkommen, dass der Pilz sich auf den Igel überträgt. Eine Alternative zu Stroh ist auch hier zerknülltes Zeitungspapier.


3. Auswilderung

Das Ziel für unsere stacheligen Patienten auf der Igelstation ist, wenn sie gesundgepflegt sind, wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Daher suchen wir immer Auswilderungsplätze die bestimmte Kriterien haben sollten: 

  • Ländliches Wohngebiet
  • Großer Garten mit naturbelassenen Ecken
  • Keine Gefahr von angrenzenden Bächen und Flüssen! Falls Sie einen Gartenteich haben, bitte achten Sie darauf dass möglichst ein flaches Ufer mit eingebunden ist, damit der Igel, falls er hineinfällt, die Möglichkeit hat wieder alleine heraus zukommen.
  • Keine Gefahr von stark befahrenen Straßen
  • Durchschlupfmöglickeiten zu angrenzenden Gärten (wichtig ist dass der/die Igel abwandern können) 

Der Auswilderungsplatz sollte für einen Igel mindesten 2 Quadratmeter groß sein, eingefriedet mit mindestens 50 cm hohen ausbruchsicheren, möglichst glatten Zaun. Igel sind durchaus in der Lage zu klettern!

Ein kleines Törchen sollte mit integriert werden. In dem Gehege sollte sich zusätzlich zu einem Igelhaus eine Futterstelle befinden die katzensicher ist.

Das heißt auch hier wieder ein Holzhaus mit wenn möglich Deckel und am besten ein 90 Grad gebogenes circa 10 x 10 cm im Durchmesser großes Abflussrohr. 

Das Futterhäuschen sollte auf Stein oder ähnlichem stehen, denn auch hier ist es wichtig jeden Tag den Platz zu säubern und den Futternapf mit kochendem Wasser auszuspülen.

Das ideale Gewicht zum Auswildern richtet sich hier immer nach Jahreszeit, Alter und Zustand des Pfleglings. Hierzu stehen wir Ihnen beratend zur Seite. 

Wenn der Zeitpunkt zur Auswilderung gekommen ist, wird das Törchen in der Dämmerung zur Freiheit geöffnet und die/der Igel kann abwandern. Das Futterhäuschen wird noch so lange weiter abendlich befüllt, bis es nicht mehr genutzt wird. Das dauert in der Regel 1-2 Wochen.

Igel sind Einzelgänger. Deswegen sollten sie einzeln im Gehege untergebracht werden.

Für Jungigel gilt das aber nicht, denn Igelkinder brauchen dringend den wärmenden Körperkontakt. Igelgeschwister sollten bis zu einem Gewicht von 300g in jedem Fall in einem Gehege zusammenbleiben. Es besteht aber auch die Möglichkeit einzeln gefundene Igelkinder in andere Waisenfamilien zu integrieren.

Die Kleinen benötigen besondere Pflege und gehören auf die Igelstation in fachkundige Hände.

Fehlprägungen durch die Handaufzucht sind nach dem heutigen Kenntnisstand nicht zu befürchten, denn sie werden einige Zeit nach der Auswilderung wieder scheu. 

Zufüttern in nahrungsarmen Zeiten:

Bewährt hat sich eine aus Holz hergestellte Futterkiste, idealerweise mit Deckel zum öffnen, ein Eingang mit einem Rohr aus dem Baumarkt mit einem 90 Grad Winkel damit keine Katze als ungebetener Gast sich bedient.

Gerade in Trockenzeiten ist es immer sinnvoll eine Wasserstelle zu errichten. Jeder tierische Gartenbewohner freut sich über das Nass. 

Als Futter eignet sich:

  • Katzenfutter mit einem hohen Fleischanteil, ohne Soße in Pastetenform - hierzu beraten wir Sie gerne.
  • Rührei oder gekochtes Ei ohne Salz oder Gewürze
  • Angebratenes Rinderhack
  • Rohes Hühnerfleisch mit Knochen
  • Igeltrockenfutter zum untermischen
  • Haferflocken zum untermischen
  • Getrocknete Insekten (findet man im Bereich Vogelfutter) zum untermischen
  • Katzentrockenfutter für den Winter
  • Öl (Lein/Raps/Kokos/ Oliven/Hanföl)

Wichtig: Dazu immer eine Schale frisches Wasser reichen!