Die kleine                  

Igelhilfe Amelinghausen e.V.

Sie haben die Möglichkeit Ihren "Fundigel" selber zu überwintern? 

Nehmen Sie bitte trotzdem Kontakt zu uns auf, wir beraten Sie gerne antje.fabrizius-voigt@igelhilfe-amelinghausen.de 

1. Überwinterung in einem geschlossenen Raum:

Dies gilt für Igel, die nicht das Idealgewicht (mind. 650g für Weibchen und 700g für Männchen) für den Winterschlaf erreicht haben:

Bedingungen: Es ist von großer Wichtigkeit, dass der Überwinterungsraum ein Fenster mit deutlichem Tageslichteinfall aufweist. Der Igel muss den Unterschied von Tag und Nacht erkennen, da er sonst aus seinem Schlafrhythmus gerät. Auch sollte in diesem Raum Ruhe herrschen. Igel sind sehr geräuschempfindliche Tiere.

Der Raum sollte eine Temperatur von 18 °C bis 20 °C haben. Geeignet ist ein Kleintierstall mit mindestens 120 cm x 60 cm Grundfläche. Alternativ können mehrere zusammengefügte große Umzugskartons verwendet werden, oder man baut aus Holz einen großen Auslauf, der mindestens 50 cm hoch ist. Je größer ein Auslauf ist, umso besser. Als Untergrund sollte Zeitungspapier (kein Kleintierstreu, Katzenstreu oder ähnliches) verwendet werden!

Hinein gehört ein Unterschlupf, z. B. ein Karton mit einem Eingang von 10 x 10 cm. Als Füllmaterial reicht zerknülltes Zeitungspapier.

Zur Fütterung benötigt man Untertassen aus Keramik, Ton oder Glas. Möglichst kein Plastik, diese sind zu leicht und werden umgestoßen. Dazu kommt, dass Plastik, welches nicht lebensmittelecht ist, Stoffe abgibt und somit die Gesundheit schadet. Als Trinkgefäße haben sich Kompottschälchen bewährt

Die Futtermenge richtet sich jeweils nach Gewicht, Größe und Alter des Igels.

Jungigel benötigen ca. 100 - 150g Nassfutter, ein erwachsener Igel ca. 200 - 250g Nassfutter

Was frisst ein Igel?

·       Katzenfutter mit einem hohen Fleischanteil (z. B. Animonda „Carny“, Smilla), ohne Soße in Pastetenform - hierzu beraten wir Sie gerne.

·       Rührei oder gekochtes Ei ohne Salz oder Gewürze

·       angebratenes Rinderhack

·       rohes Hühnerfleisch mit Knochen

·       Igeltrockenfutter zum untermischen

·       Haferflocken zum untermischen

·       getrocknete Insekten (findet man im Bereich Vogelfutter) zum untermischen

·       Katzentrockenfutter für den Winter

·       Öl (Lein/Raps/Kokos/ Oliven/Hanföl)

Wir empfehlen außerdem eine Schale mit Katzentrockenfutter für Kitten (z. B. Minette von Josera) rund um die Uhr bereitzustellen. Dazu gehört immer eine Schale mit frischem Wasser!

Der Zeitpunkt der Fütterung sollte immer in den Dämmerungszeiten liegen. Gegeben falls kann man morgens früh noch einmal eine kleine Portion nachfüttern. Gerade bei mageren Igeln hat sich dies gut bewährt.

Hygiene steht an oberster Stelle. Am besten reinigt man gleich morgens das Gehege (alle Zeitungen raus), spült die Näpfe mit kochendem Wasser und tauscht das zerknüllte Zeitungspapier im Schlafhaus aus.

Achtung: Falls der Igel Durchfall bekommt, grünen oder schleimigen Kot absetzt, matt wirkt, kalt ist, Fressen verweigert, tagaktiv ist usw. bitte umgehend bei einer Igelpflegestelle melden!

2. Überwinterung im Garten mit Winterschlaf

Die Igel können den ganzen Winter in den beaufsichtigten Winterschlaf geschickt werden.

Hat der Igel das Winterschlafgewicht durch die Zufütterung erreicht (Weibchen mindestens 650g, Männchen mindestens 750g) geht man wie folgt vor:

Als Überwinterungsquartier haben sich ausrangierte Hasen- bzw. Kleintierstall mit bereits vorhandenem Unterschlupf, fertige Igelhäuser aus Holz, oder selbstgebaute Igelhäuser (siehe Bilder) bewährt. Als Untergrund für die Häuser haben sich Gehwegplatten bewährt.

Maße Schlafhaus: Breite 40 cm, Länge 60 cm, Höhe 30 cm, Material Kiefernholz. Dach (z. B. Siebdruckplatte), Eingang Rohr mit 10 cm Durchmesser. Hier sollte man das Haus in einen kleinen Auslauf stellen. Dieser sollte mindestens 50 cm hoch eingefriedet sein.

Unterschlüpfe aus Kunststoff oder generell Plastik eignet sich hier nicht. Es besteht die Gefahr, dass zu viel Feuchtigkeit entsteht. Als Standort eignet sich ein geschützter Bereich, der nicht in der Sonne liegt. Es kann sonst zu warm im Igelhaus werden und der Igel wacht auf. Als Füllmaterial eignet sich hier Stroh sowie zerknülltes Zeitungspapier.

Als Futterplatz richtet man ein katzensicheres Futterhaus (Maße: 40 x 40 cm) ein. Nun wird der Igel gefüttert, bis er das Futter nicht mehr anrührt. Dazu reicht man immer frisches Wasser. Schläft der Igel, stellt man ihm Katzentrockenfutter und Wasser als Notration hin.

Wichtig: Der Igel darf nicht im Schlafhaus gestört werden.

Der Igel schläft meist bis Mitte März bis Mitte April.

Wichtig: Falls Sie Stroh als Füllmaterial für die Igelunterkunft nutzen, achten Sie bitte darauf, dass das Stroh trocken, sowie frei von Schimmelpilzen ist. Es sollte auf keinem Fall einen muffigen Geruch aufweisen. Es kann sonst vorkommen, dass der Pilz sich auf den Igel überträgt. Eine Alternative zu Stroh ist auch hier zerknülltes Zeitungspapier.